Dienstag, 4. März 2014

Kuscheldecke und Lacetuch

Tag zwei meines Blogs und es wird Zeit für ein erste Strickstück, das ich euch zeigen möchte. Fertiggestellt habe ich diese Kuscheldecke vor wenigen Wochen, begonnen habe ich... neee, das sag ich nicht. Nur so viel: Es hat ein bisschen gedauert. Ich bin einfach nicht der Mensch für Großprojekte. Meine kreativ-Motivation kommt in Schüben, und verschwindet manchmal ebenso plötzlich, wie sie gekommen ist. Dann muss ich mich manchmal sehr zusammenreißen, um größere Ufos doch noch fertig zu stellen. So manches Ufo ist aus diesem Grund auch wieder aufgeribbelt worden, weil unfertiges mich so frustriert und mich außerdem davon abhält, etwas neues zu beginnen.

Immerhin, die Wolle dieser Decke mit den Maßen 160X140 (sie sollte eigentlich quadratisch sein, aber leider zieht sie sich in die eine Richtung immer in die Länge) ist komplett selbst gesponnen, abgesehen von dem Mohairfaden mit dem ich die türkise Wolle verzwirnt habe, um das Volumen der Decke etwas zu pushen und den Kuschelfaktor zu erhöhen.


Die beiden Türkistöne (ein helles und ein dunkles mit großem Blauanteil ) bestehen aus einem großen Haufen Rolags - selbst gerollt mit dem selbst gebauten Blendingboard (ich habe mich vom allgemeinen Rolag-Begeisterungsfieber mitreißen lassen). Was da an Wolle drin enthalten ist, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen.

Die bunten Streifen sind von einem Kammzug vom Melinoliesl, den ich im letzten Sommer auf dem Hilshof erstanden habe. Wahrscheinlich BFL-Milchseide, aber auch das ist nur spekuliert... Ich arbeite daran, meine verarbeiteten Materialien besser zu dokumentieren.

Die Streifen sind glatt rechts gestrickt (ein Muster bei dem man zählen muss, hätte dazu geführt, dass sie mit viel Glück zum Winter 2017 fertig geworden wäre) und das Garn habe ich frei Schnauze in unregelmäßigen Abständen gewechselt. Die Farben passen perfekt zu meinem grünen Sofa (das Ikea-Beddinge-Schlafsofa, das in jeder dritten Studenten-WG steht). Im Verlauf meiner Bloggerzeit dürfte zudem deutlich werden, dass sich die Decke absolut in meiner Lieblingsfarbskala bewegt.

Die Decke leistet mir jedenfalls gute Dienste. Ihr Format und ihr Gewicht (ca 400g) sind auch noch geeignet, sie sich um die Schulter legen und sich darin einzuwickeln. Ich hab sie gerne zu den Chorproben in den oft kalten, zugigen Kirchen dabei. Ich sehe damit zwar ein bisschen aus wie Babuschka auf dem russischen Wochenmarkt, aber da steh ich drüber. Alle, die das merkwürdig finden, sollen halt weiter frieren.

Ich spüre grad, es sollte direkt im Anschluss ein weiteres Strickstück gezeigt werden, damit noch deutlich wird, dass ich nicht ausschließlich kraus rechts stricke, sondern durchaus in der Lage bin, Muster zu stricken, bei denen man zählen musst, allerdings sind die Projekte dann deutlich kleiner:


Das Garn für dieses Tuch stammt noch aus der Zeit, als ich mit meinem ersten eigenen Spinnrad, dem Traditional, fast ausschließlich Lacegarn gesponnen habe (die Entwicklung meiner Garnstärke verlief bei mir etwas merkwürdig, ich musste erst lernen, dick zu spinnen...) 
Das Muster ist frei Schnauze gestrickt, inspiriert allerdings vom Morlynn. Die Anleitung hatte ich mir sogar gekauft, ich hatte bloß leider keine Lust, mich daran zu halten. 
Die Spitze ist inspiriert vom Wellengang, einfach ein paar Reihen vom dem Schalmuster stricken, bei den Zunahmen in der Mitte und am Rand muss man dann ein bisschen tricksen, damit das Muster hinkommt. Am Ende noch drei Reihen kraus rechts. 
Das Tuch hab ich meiner Mutter geschenkt, nachdem sie eine halbe Stunde damit vor dem Spiegel stand und entsprechende Andeutungen machte, die ich nicht ignorieren konnte.

Kommentare:

  1. Diese Decke ist einfach ein Traum, leider kommen auf dem Foto die Farben gar nicht so schön rüber wie sie in Wirklichkeit sind :-(
    Die könnt ich dir so klauen, auch wenn's eigentlich nicht meine Farben sind :-)
    LG Tine

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  2. Die Decke ist ein Traum - und wenn die jemand klaut, dann ich!

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