Dienstag, 22. April 2014

Wieder daheim

Vom Osterbesuch bei meinen Eltern habe ich mein kleines Haldane Spinnrad aus Norddeutschland wieder mit nach Köln gebracht und frage mich gerade, wie ich es fertig bringen konnte, so lange darauf zu verzichten. Ich hatte es aus Platzmangel eine Weile dort untergestellt. Mehr Platz habe ich jetzt immer noch nicht, aber stattdessen ist "die kleine Gerda" nun für eine Weile im Norden.

Haldane Orkney 
Haldane war ein schottischer Hersteller, der schon seit den neunziger Jahren nicht mehr produziert. Die Räder sind den Ashfordmodellen ein bisschen ähnlich, was praktisch ist, weil einiges Zubehör wie zum Beispiel der Bremsknopf für die schottische Bremse kompatibel ist. Auf die Spulen trifft das leider nicht zu und mir ist bisher nur ein Hersteller in England bekannt, der die Spulen für die Haldane-Räder nachbaut. 
Macht aber nix, denn ich habe drei davon. Das reicht völlig aus, wenn man das Verzwirnen sowieso am Tom Walther Spinnrad macht, weil das einfach schneller geht. 
Ansonsten war ich gestern aber wieder überrascht, was für ein feines Fädchen sich mit dem Haldane Rädchen spinnen lässt. 

BFl-Glitzernylon auf der Spule

Der Ostersonntag im Norden bot uns so freundlich sommerliches Wetter, dass meine Schwester und ich uns den ganzen Nachmittag im Garten meiner Eltern der Wollproduktion widmen konnten. Wie man im Hintergrund erkennen kann, habe ich mein Faible für Holz-Objekte von meiner Mutter geerbt. 
Die schöne Wurzel im Hintergrund stammt von einem Spaziergang an einer stillgelegten Bahntrasse. Der Engel und der Vogel aus Ton sind Flohmarkt-Funde.
Wolliges Chaos auf dem Gartentisch

Dann gibt es noch Neues aus der "Little House Shawl Massenproduktion". Der dritte ist fertig, der vierte bereits angestrickt. 
Meine neulich erwähnte Frostbeulen-Freundin hat sich an ihrem Geburtstag aus den beiden ersten Modellen den weicheren aus Alpaka-Babykamel-Seide in beige/Rosé ausgesucht und liebt ihn heiß und innig. Die mir bis dato fast unbekannte Geburtstagsrunde war so begeistert von dem Modell, dass ich nun drei weitere auf der ToDo-Liste stehen habe. Da ich nicht gegen Bezahlung stricken mag, haben wir diverse Tauschgeschäfte vereinbart. Die eine kann gut kochen, die andere könnte mir ein neues Hörbuch aussuchen, weil ich meinen Krimi-geschädigten Horizont erweitern möchte. Eine weitere Interessentin besorgt mir hübsche alte Likörgläser aus einem Antik-Laden außerhalb von Köln, wo ich nur schlecht hinkomme. 
Solche Tauschgeschäfte sind mir am allerliebsten und es macht jedesmal Spaß, herauszufinden, was mein gegenüber besonderes kann, wovon ich profitieren könnte. Viele, die nicht selbst handarbeiten, behaupten immer :"Ich kann/besitze aber gar nichts, wovon du etwas hättest". Meistens stimmt das überhaupt nicht. Ich habe allerdings noch niemanden gefunden, der im nächsten Jahr meine Steuererklärung im Tausch gegen Strickwerk erledigen möchte. Anträge bitte an gestaltungsweise@gmail.com :-)

Eine schöne Woche wünscht euch

Eure Nell

Little house Shawl Nr. 3, BFL-Seacell (der violette Schimmer stammt von den Blumen im Beet dahinter ...)



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