Montag, 28. Juli 2014

Frankreich - ein Reisebericht.

Bonjour,  liebe Leserschaft,

ich bin zurück aus dem Urlaub und währenddessen ein echter Frankreich-Fan geworden.
Meine Erfahrungen sind normalerweise so, dass ich mir von den Fotos im Reiseführer nicht allzuviel verspreche, da ich immer davon ausgehe, dass eben nur punktuelle Schönheiten sind, und der Rest der Gegend eher mittelmäßig hübsch ist. Weit gefehlt. Dieses Land ist wirklich so wunderschön und so unglaublich vielfältig. Man kommt aus dem Ah und Oh sagen gar nicht mehr heraus.

Col du Canadel
Hinzu kommt noch, dass die Menschen unglaublich freundlich und geduldig sind. Ich muss gestehen, dass ich ein paar Vorurteile von hochnäsigen und deutschfeindlichen Franzosen mitgebracht hatte, die sich überhaupt nicht bestätigt haben. Die Tatsache, dass Deutschland an unserem ersten Urlaubstag die Fußball-WM gewonnen hat, führte zu einigen merkwürdigen Begebenheiten mit hupenden und Daumen in die Höhe reckenden Franzosen auf der Autobahn...
Überhaupt: die Autobahnen... Mautsystem hin oder her: Mal davon absehen, dass wir etwas Zeit brauchten, bis wir die unterschiedlichen Bezahlsysteme durchschaut hatten (kein Reiseführer konnte das im Vorhinein annähernd verständlich erklären), sind die Autobahnen wirklich gut in Schuss und die Beschilderungen sind ausgezeichnet (was man zum Beispiel von Belgien nicht behaupten kann). Außerdem bin ich spätestens jetzt ein Fan des Tempolimits von 130 auf Autobahnen. Das Reisen ist viel entspannter und überhaupt sind die meisten Franzosen äußerst entspannte Autofahrer wie mir scheint. Besonders dankbar war ich dafür auf den Serpentinen in der Schlucht "Gorges du Verdon", wo man teilweise kaum aneinander vorbei kam und die Kurven und Steigungen einen anfangs ziemlich ins Schwitzen geraten ließen.

Ich habe mich bemüht, die folgenden Fotos den Orten zuzuordnen, an denen sie aufgenommen wurden (Ich weigere mich immer noch, die Ortungsdienste für diesen Zweck zu aktivieren, auch wenn die NSA sicher eher wenig Interesse an meinen Urlaubsorten hat, aber trotzdem...)   So muss ich mir eben im Nachhinein die Mühe machen, meine Bilder zu sortieren. Glücklicherweise habe ich mir zwischendurch Screenshots von meinen letzten Zielen im Navigationssystem gemacht :-)

Die erste Nacht im Zelt, eine Zwischenübernachtung auf halber Strecke in Beaune haben wir nicht fotografisch festgehalten. Der Zeltplatz ist aber sehr empfehlenswert für diesen Zweck (ca. 600km von Köln).

Danach waren wir allerdings fleißig mit der Kamera. Also Achtung: Bilderflut!

Für die zweite Nacht hatten wir ein B&B gebucht, damit wir uns von der langen Autofahrt erholen konnten, ohne ein Zelt aufbauen zu müssen. Ein glückliches Händchen hatten wir bei der Ortswahl. Ein Besuch lohnt sich unbedingt in Vaison la Romain.

Grignan, auf der Strecke nach Vaison la Romain
Die engen Gassen von Vaison la Romain
Zum Wiederfinden ;-). Die Adresse ist die des wahrscheinlich schönsten B&B der Welt
Frühstück auf der Dachterrasse des B&B 
Guckloch in der Mauer vom "Dach des Dorfes" auf die Welt. 
Am nächsten Tag ging´s weiter mit einem Zwischenstopp am Abbaya Notre-Dame Sénanque. Ein Kloster mitten im Lavendelfeld. Auch hier hat der Reiseführer nicht gelogen.



So hält man die Touristen fern. Schlangen und Skorpione sind Abschreckung genug. Merkwürdig nur, dass diese sich im für Touristen freigebenden Nachbarfeld offenbar nicht aufhalten...
Jetzt würde ich aber doch gern wissen, ob die Dame für den Ausflug extra diese Bluse ausgewählt hat...
Die Station für die nächsten drei Nächte war ein Campingplatz mitten in der Schlucht "Gorges du Verdon". Schon die Anreise war abenteuerlich, mit einer Straße, die man hier in Deutschland wohl höchstens in Bayern finden kann. An einigen Stellen half nur die Hupe, um entgegenkommende Fahrzeuge zu warnen, dass man nun gerade vorhat, den vor einem liegenden Tunnel zu befahren, in dem man ganz sicher nicht aneinander vorbeikommt. 


Der tapfere Caddy "Kuno" bei einer Rast in den Serpentinen
Frisches Baguette mit Aprikosenmarmelade und Café au Lait. Mehr braucht es nicht für ein perfektes französisches Frühstück

Zeltplatz direkt am Fluss. Einschlafmelodie: Rauschendes Wasser (gutes Blasentraining...)
Versöhnlicher Regenbogen nach einem heftigen Gewitter in der Schlucht
Tagesausflug an den "Lac de Ste-Croix"
Mit dem Tretbot in die Schlucht
Wie im Bilderbuch...
Beeindruckendes Bergmassiv

Als wir die Schlucht verließen und die Serpentinenstrecke (inklusive des Tagesausflugs) nun zum vierten Mal befuhren, hatte ich Routine im Kurvenschneiden gewonnen und fand langsam Spaß an der Sache. In mir steckt eben doch eine Ralleyfahrerin ;-). 

Um uns den Dreck des Campingplatzes einmal gründlich abzuwaschen hatten wir eine Zwischenübernachtung in einem alten Kloster eingeplant. 
Der Weg dorthin führte uns aber noch an "sillans la cascade" vorbei, wo sich ein wahnsinniger Wasserfall in eine tief unten liegende Grotte ergießt. Auch hier übertraf die Realität die Bilder aus dem Reiseführer um ein Vielfaches. Leider konnte man den Wasserfall selbst nicht gut fotografieren, weil das Becken, in das er mündet, aus Sicherheitsgründen gesperrt ist.

Türkisgrüne Grotte am Fuß des Wasserfalls
Nun also weiter zur Nacht der sauberen Betten ;-) ins Klosterhotel in "Saint Maximin la Sainte Baume"

Innenhof des Klosters
Kreuzgang auf dem Weg zum Frühstück
Die letzten Tage unserer Reise führten uns dann runter ans Mittelmeer, an die Côte d’Azur, genauer gesagt auf den Campingplatz Olbia in "La Madrague, Hyére". 
Diesen Campingplatz kann ich nur jedem ans Herz legen, der keinen großen Wert auf Animation, Unterhaltungsprogramm und Pool legt, sondern auf gepflegte Hygieneanlagen, einen kurzen Fußweg zum Meer (leider Kieselstrand), schattige Zeltplätze und freundliches Personal. Wirklich wirklich schön! 

Olbia - Schönster Campingplatz der Welt!
Pfannkuchen sind eine empfehlenswerte Mahlzeit auf dem Gaskocher
Beim Rundgang um die Halbinsel ....
offenbaren sich die allerschönsten Ausblicke.
Abendstimmung...
...
... 
... zwischen Kitsch und Romantik.
Am vorletzten Tag noch ein Ausflug nach "bormes les mimosas", bekannt für seine bunte Blumenpracht. Ein Dörfchen, das hauptsächlich aus Treppen besteht. Juhu! aber es lohnt sich, diese zu besteigen. 



  



Nun bin ich zurück in Köln, angefüllt mit atemberaubenden Bildern und vielen bleibenden Eindrücken und freue mich schon aufs nächste Mal. 

(Wer Fragen zu Anreise, Maut, Campingplätzen, Orten .... hat, darf mich gerne anschreiben.)


Au revoir !! 

1 Kommentar:

  1. Ein toller Bericht, der Lust auf Frankreich macht. Herrlich, wenn ein Urlaub so rundum gelungen ist. Als Jäger und Sammlerin wirst Du hoffentlich ein paar schöne Schätze mit nach Hause genommen haben? Irgendetwas findet man doch immer, gerade dann, wenn man gar nicht sucht. ;o)
    LG Tanja

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